Die Gesundheit der Brust ist ein zentrales Thema für jede Frau – unabhängig von Alter, Lebensphase oder Familiengeschichte. Auch wenn die regelmäßige gynäkologische Vorsorge einen wichtigen Teil der Brustkrebsfrüherkennung ausmacht, ist es ebenso bedeutend, dass Frauen lernen, ihre Brüste selbstbewusst und aufmerksam wahrzunehmen. Die Selbstuntersuchung ist kein Ersatz für ärztliche Kontrollen, aber sie ist eine zusätzliche Möglichkeit, Veränderungen frühzeitig zu bemerken – und je früher ein auffälliger Knoten entdeckt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. 

Viele Frauen fragen sich, wie sie ihre Brüste überhaupt richtig abtasten können. Dabei ist der erste und wichtigste Schritt nicht das „richtige“ Vorgehen, sondern das regelmäßige Wahrnehmen der eigenen Brust. Denn jede Brust fühlt sich anders an – manche sind fester, manche weicher, manche knotiger. Gerade darum ist es so wichtig, die individuelle Struktur der eigenen Brust gut zu kennen. Nur so lassen sich Veränderungen wirklich feststellen. 

Am besten tastet man die Brust einmal im Monat ab, idealerweise während der Menstruation, wenn das Brustgewebe weniger gespannt ist. Frauen in oder nach den Wechseljahren können sich einen festen Tag im Monat dafür vornehmen. Die Untersuchung erfolgt sowohl im Stehen – beispielsweise unter der Dusche – als auch im Liegen. Mit den flachen Fingern wird das Brustgewebe systematisch von außen nach innen und von oben nach unten abgetastet. Auch der Bereich bis zum Schlüsselbein, die Achselhöhlen sowie die Brustwarzen sollten mit einbezogen werden, da sich auch dort Auffälligkeiten zeigen können. Dabei geht es nicht darum, medizinische Diagnosen zu stellen, sondern aufmerksam zu sein für das, was sich plötzlich anders anfühlt. 

Was genau gilt nun als Warnzeichen? Ein tastbarer, fester oder neu aufgetretener Knoten, der sich deutlich vom übrigen Gewebe abhebt und sich möglicherweise nicht verschieben lässt, sollte immer ärztlich abgeklärt werden – auch wenn er nicht schmerzhaft ist. Ebenso können Veränderungen der Brustwarze wie Einziehungen, Rötungen, Juckreiz oder Flüssigkeitsaustritt ein Hinweis auf eine krankhafte Veränderung sein. Auch eine Veränderung der Hautstruktur – etwa eine „Orangenhaut“-ähnliche Oberfläche oder Rötungen – kann ein Alarmzeichen sein. Nicht zuletzt sollten auch Unterschiede in Größe oder Form zwischen den beiden Brüsten beachtet werden, besonders wenn sie neu auftreten. 

Wichtig ist zu wissen: Nicht jeder Knoten ist bösartig. Häufig handelt es sich um harmlose Zysten oder gutartige Veränderungen wie Fibroadenome, die keine unmittelbare Gefahr darstellen. Dennoch ist es entscheidend, jede Veränderung zeitnah ärztlich überprüfen zu lassen. Denn im Falle einer bösartigen Erkrankung ist die Früherkennung der Schlüssel für eine gute Prognose. Die moderne Medizin bietet viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten – und je früher der Krebs erkannt wird, desto schonender und erfolgreicher kann die Therapie verlaufen. 

Brustgesundheit bedeutet also, Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen. Es bedeutet, regelmäßig hinzuspüren, aufmerksam zu sein und sich nicht zu scheuen, bei Unsicherheiten medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Angst vor dem Ergebnis sollte niemals ein Grund sein, nicht zu handeln – denn Klarheit gibt Sicherheit und schafft Handlungsspielraum. Die Selbstuntersuchung ist eine einfache, aber kraftvolle Methode, um die eigene Gesundheit aktiv zu unterstützen. 

Darum: Nimm dir die Zeit für dich und deine Gesundheit. Vertraue deinem Gefühl, beobachte Veränderungen und suche im Zweifel frühzeitig ärztlichen Rat. Dein Körper spricht mit dir – du musst nur hinhören.