PCOS im Fokus: Was es bedeutet und wie du damit umgehen kannst
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es betrifft weltweit etwa 5–10 % aller Frauen und kann sich auf den gesamten Körper auswirken. Doch was genau ist PCOS, wie äußert es sich und welche Möglichkeiten gibt es, damit umzugehen?
Was ist PCOS?
PCOS ist eine komplexe Stoffwechsel- und Hormonstörung, die durch eine erhöhte Produktion männlicher Hormone (Androgene) gekennzeichnet ist. Diese hormonelle Dysbalance kann verschiedene Symptome auslösen und den weiblichen Zyklus erheblich beeinflussen.
Typische Merkmale von PCOS sind:
✅ Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation aufgrund seltener oder fehlender Eisprünge
✅ Vermehrter Haarwuchs (Hirsutismus) im Gesicht, an Brust oder Bauch
✅ Akne und fettige Haut durch eine erhöhte Talgproduktion
✅ Haarausfall (androgenetische Alopezie), ähnlich dem männlichen Haarausfall
✅ Zysten in den Eierstöcken, die im Ultraschall sichtbar sein können
✅ Gewichtszunahme und Insulinresistenz, die das Risiko für Diabetes Typ 2 erhöhen können
Da nicht jede Betroffene alle Symptome zeigt, bleibt PCOS oft lange unerkannt.
Wie wird PCOS diagnostiziert?
Die Diagnose von PCOS erfolgt meist anhand der sogenannten Rotterdam-Kriterien. Mindestens zwei der folgenden drei Merkmale müssen zutreffen:
🔹 Seltene oder ausbleibende Eisprünge
🔹 Erhöhte Androgenspiegel im Blut oder deren körperliche Anzeichen (z. B. vermehrter Haarwuchs)
🔹 Polyzystische Ovarien im Ultraschall
Zusätzlich können weitere Untersuchungen, wie Hormonanalysen oder ein Glukosetoleranztest, durchgeführt werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
PCOS kann nicht geheilt, aber gut behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach den individuellen Symptomen und Zielen der Betroffenen.
- Lebensstiländerung – Der erste Schritt zur Verbesserung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und Symptome zu lindern. Besonders eine kohlenhydratbewusste Ernährung kann die Insulinresistenz verbessern.
- Hormonelle Therapie – Regulierung des Zyklus
Die Antibabypille oder andere hormonelle Medikamente können helfen, den Menstruationszyklus zu stabilisieren und Symptome wie Akne oder vermehrten Haarwuchs zu reduzieren.
- Medikamente zur Unterstützung des Eisprungs
Bei Kinderwunsch können Medikamente wie Clomifen oder Metformin eingesetzt werden, um den Eisprung zu fördern und die Fruchtbarkeit zu verbessern.
- Ganzheitliche Ansätze – PCOS natürlich in den Griff bekommen
Zusätzlich können Stressmanagement, eine entzündungshemmende Ernährung und alternative Therapieformen wie Akupunktur oder pflanzliche Präparate unterstützend wirken.
PCOS und die psychische Gesundheit
Viele Frauen mit PCOS leiden nicht nur unter den körperlichen Symptomen, sondern auch unter emotionalen Belastungen wie niedrigem Selbstwertgefühl, Depressionen oder Angstzuständen. Ein offener Umgang mit der Diagnose sowie der Austausch mit anderen Betroffenen – z. B. in Selbsthilfegruppen – kann helfen, die eigene Situation besser zu bewältigen.
Fazit: PCOS ist behandelbar!
PCOS ist eine Herausforderung, aber mit der richtigen Therapie und einem bewussten Lebensstil können Betroffene ihre Lebensqualität erheblich verbessern. Es lohnt sich, einen spezialisierten Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Auch wenn PCOS langfristig begleitet, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aktiv damit umzugehen und ein gesundes, erfülltes Leben zu führen.